Sie füttern sie, spielen mit ihr, sie schläft auf Ihrem Stuhl. Die Routine ist da. Aber was passiert, wenn Sie selbst plötzlich nicht mehr da sind? Ein Unfall, eine schwere Erkrankung, ein längerer Krankenhausaufenthalt. Wer kümmert sich dann sofort um Ihre Katze? Die meisten Tierbesitzer haben darauf keine Antwort. Dabei ist eine Vorsorge für diesen Fall einfacher zu organisieren, als Sie denken. Sie brauchen keinen komplizierten rechtlichen Akt. Sie brauchen vor allem zwei Dinge: eine klare Absprache mit einer Person und einen Informationsordner.
Die erste Anlaufstelle für viele in solchen Situationen sind lokale Tierschutzvereine, die oft ein Netzwerk an Pflegestellen haben. In der Region Koblenz etwa arbeitet die koblenzer-katzenhilfe.com eng mit einem Kreis engagierter Pflegepersonen zusammen. Solche Vereine können im Akutfall vermitteln und beratend zur Seite stehen. Sie sind aber keine Notrufzentrale mit Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft. Deshalb muss Ihr persönlicher Plan früher ansetzen.
Warum Ihre Familie nicht automatisch die Lösung ist
Der erste Gedanke geht an die Familie. Doch das kann schiefgehen. Ihre Schwester mag Sie lieben, hat aber vielleicht Angst vor Katzen. Ihre Eltern sind eventuell gesundheitlich nicht mehr in der Lage, ein Tier zu versorgen. Ein schneller Anruf mit der Bitte ‚Kannst du mal schnell für zwei Wochen meine Katze nehmen?‘ überfordert die meisten Menschen. Sie müssen die Zustimmung und die Fähigkeiten Ihrer Notfallperson im Voraus klären.
So finden Sie eine geeignete Notfallbetreuung
Denken Sie an Menschen in Ihrem Umfeld, die selbst Katzen haben oder hatten. Sie kennen die Routinen. Eine Nachbarin, die Sie ohnehin schon mal ums Füttern baten, ist eine starke Kandidatin. Sprechen Sie sie konkret an. Fragen Sie: ‚Wären Sie im absoluten Notfall, wenn ich ins Krankenhaus müsste, für die ersten Tage bereit, meine Katze zu versorgen?‘ Halten Sie die Zusage schriftlich fest, vielleicht per Mail. Nennen Sie ihr einen Ersatz, falls sie verhindert ist.
Erstellen Sie den physischen Informationsordner
Ein digitaler Ordner auf Ihrem PC nutzt nichts, wenn Ihre Vertrauensperson nicht an Ihr Passwort kommt. Legen Sie einen physischen Schnellhefter an. Bewahren Sie ihn gut sichtbar auf, vielleicht im Flurschrank neben der Haustür. Sagen Sie Ihrer Notfallperson, wo er liegt. In diesen Ordner kommen nur die wesentlichen Infos.
- Name, Foto und Mikrochip-Nummer Ihrer Katze.
- Name und Telefonnummer Ihres Tierarztes.
- Futtermarke, Futtermenge, Fütterungszeiten.
- Medikamente mit genauer Dosierungsanleitung.
- Das Lieblingsspielzeug und ein besonderes Leckerli.
Alles auf einer Seite. Das reduziert den Stress für die Betreuungsperson erheblich.
Finanzielle Vorsorge ist kein Tabu
Ein häufiges Hindernis ist das Geld. Tierarztkosten, Futter, Streu. Selbst die wohlwollendste Helferin kann nicht unbegrenzt für die Kosten eines anderen Tieres aufkommen. Legen Sie einen kleinen Geldbetrag bar in einem Umschlag in Ihrem Informationsordner ab. 100 oder 200 Euro für den Akutfall. Weisen Sie in einer Notiz darauf hin. Das nimmt der Betreuungsperson die finanzielle Sorge für die ersten Tage.
Die Rolle von Tierschutzvereinen im Notfallplan
Ihre primäre Notfallperson ist Ihr erster Anker. Aber was, wenn diese Person selbst in Urlaub fährt oder erkrankt? Hier kommen Organisationen wie die Koblenzer Katzenschutzinitiative ins Spiel. Sie sind das Sicherheitsnetz. In Ihrem Informationsordner sollte ihre Kontaktadresse und Telefonnummer hinterlegt sein. Sie können langfristige Pflegestellen vermitteln, wenn sich herausstellt, dass Ihre Abwesenheit länger dauert. Sie sind Experten für die Vermittlung von Tieren. Ihre primäre Betreuungsperson kann sich im Zweifelsfall an sie wenden.
Übergeben Sie die Schlüssel rechtzeitig
Ein praktischer Punkt, der oft vergessen wird: der Zugang zu Ihrer Wohnung. Eine Notfallbetreuung braucht einen Wohnungsschlüssel. Geben Sie Ihrer festgelegten Person einen Zweitschlüssel. Nicht versteckt unter der Matte, sondern richtig übergeben. Das spart im Ernstfall wertvolle Zeit und vermeidet Panik. Wenn Sie sich damit unwohl fühlen, erwägen Sie ein Schließfach bei einem Nachbarn, zu dem Ihre Vertrauensperson Zugang hat.
Ein guter Notfallplan für eine Katze ist wie eine Hausapotheke: Man hofft, sie nie zu brauchen, aber man ist erleichtert, wenn sie da ist.
Halten Sie den Plan aktuell
Ihre Katze wechselt das Futter. Sie wechseln den Tierarzt. Ihre Nachbarin zieht um. Überprüfen Sie Ihren Notfallplan einmal im Jahr. Nehmen Sie den Ordner zur Hand und gehen Sie die Punkte durch. Aktualisieren Sie die Telefonnummern. Fragen Sie Ihre Notfallperson, ob sie immer noch bereit ist. Das dauert zehn Minuten. Diese zehn Minuten sind der Unterschied zwischen Chaos und einer geordneten Lösung, die das Wohl Ihrer Katze sichert.
Viele meinen, so etwas passiere nur anderen. In meiner Arbeit sehe ich regelmäßig das Gegenteil. Ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt ist keine Seltenheit. Die Erleichterung in den Gesichtern der Besitzer, wenn sie wissen, dass ihr Tier versorgt ist, ist jedes Mal spürbar. Sie können diese Erleichterung für sich schaffen. Fangen Sie heute an. Suchen Sie eine Person. Schreiben Sie eine Seite mit Infos. Sie werden danach ruhiger schlafen.
